Nationalpark - Parque Nacional de las Canadas del Teide


Der Pico Teide ist der höchste Berg Spaniens – mit einer Höhe von 3.718 Metern ragt der Vulkan inmitten der Insel Teneriffa empor. Seit dem 10. März 2009 gehört der Teide zum Weltnaturerbe der UNESCO und steht somit unter Naturschutz. Während der Wintermonate ist der Teide oft schneebedeckt, was für die Urlauber am Strand ein faszinierender Anblick ist. Den Gipfel des Vulkans Teide können die Urlauber nur zu Fuß erreichen – dafür wird eine Sondergenehmigung von der Nationalparkverwaltung benötigt. Für eine Ersteigung des Teides muss mit einer Zeit von etwa 4 Stunden gerechnet werden, wobei die Schotterwege sich serpentinenartig nach oben schlängeln. In der Schutzhütte Alta Vista, die auf dem Weg liegt, kann im Sommer nach Voranmeldung übernachtet werden, um den beeindruckenden Sonnenaufgang dort zu bewundern. Oberhalb der Hütte liegt eine Eishöhle – Cueva der Hielo, die einen imposanten Anblick bietet. Selbst im Sommer hängen dort Eiszapfen von den Wänden und der See dort ist stets zugefroren. Mit der anno 1971 erbauten Seilbahn können die Urlauber ab einer Höhe von 2.356 Metern bis auf 3.500 Meter Höhe gelangen, allerdings ist diese nicht immer in Betrieb, denn bei starkem Wind oder schlechten Wetterbedingungen fährt die Seilbahn nicht. Von der oberen Seilbahnstation kann bei gutem Wetter bis zu den Nachbarinseln El Hierro, La Gomera, La Palma und Gran Canaria geblickt werden. Bis zum Krater sind es dann noch 160 m, die nur zu Fuß bewältigt werden können.

 

Der Parque Nacional de las Canadas del Teide existiert bereits seit 1954 und nimmt eine Gesamtfläche von etwa 136 km² ein. Pro Jahr besuchen etwa 3 Millionen Urlauber den Teide Nationalpark und machen diesen zum meist besuchten Nationalpark Spaniens. Der Vulkan Teide bildet die nördliche Grenze des Nationalparks. In den restlichen Richtungen wird dieser von den Canadas begrenzt. Las Canadas ist die Caldera, eine Einbruchstelle im Vulkan in Form eines Kessels, mit einem Durchmesser von etwa 16 km. Calderas entstehen durch das Einstürzen der entleerten Kammern des Magmas, die nahe an der Oberfläche liegen. Die Wetterverhältnisse auf dem Teide und im gesamten Nationalpark sollten keinesfalls unterschätzt werden. Im Winter ist der Aufstieg zum Teide untersagt, dann herrschen hier Minustemperaturen und Schnee. Oftmals sind dann die Zufahrtstraßen zum Vulkan gesperrt. Im Sommer dagegen können die Temperaturen auf über 40°C ansteigen und mit einer äußerst intensiven Sonneneinstrahlung verbunden sein. Selbst bei niedrigeren Temperaturen strahlt die tropische Höhensonne dort mit einer immensen Kraft. Da es auf dem Teide und im Nationalpark sehr schnell zu Wetterumschwüngen kommen kann, empfiehlt es sich, leichte und warme Kleidung auf die Tour mitzunehmen. Bei den Wanderrouten durch die einzigartige Landschaft stehen verschiedene Schwierigkeitsstufen zur Auswahl.

Die Landschaft im Teide Nationalpark und Las Canadas ist von erkalteten Lavaströmen, Bimssteinen und bizarren Felsformationen geprägt. Faszinierend sind die unterschiedlichen Farben der Landschaft, die durch Einlagerung und Verwitterung der unterschiedlichen Mineralien entstanden sind. Die verschiedenen Farben sind der Grund, warum diese Region auch als die sieben Farben des Teide bezeichnet wird. Die Steinformation Los Azulejos erstrahlt in einem wunderschönen Jadegrün, das durch den Gehalt an Eisenhydrat im Gestein entsteht. Diesen faszinierenden Anblick können die Besucher südöstlich der Felsformation Los Roques bewundern. Im Nationalpark am Teide können zahlreiche endemische Pflanzenarten bestaunt werden, die durch das einzigartige Klima in dieser Region gedeihen. Zu den endemischen Pflanzen gehört unter anderem die Tajinaste, die bis zu 3 m hoch werden kann. Die Pflanze mit ihren unzähligen kleinen, blauen und roten Blüten wird auch der Stolz von Teneriffa genannt. Der Teideginster, der überall im Teide Nationalpark zu finden ist, prägt die Landschaft mit einzigartigem Charakter. Weitere Pflanzen, die nur am Teide wachsen, sind unter anderem das Teidegras, der Teidenlevkoje, das Teideveilchen, die Teidemargarite und der Guanchen-Rosenstrauch.
An Tieren sind im Teide Nationalpark hauptsächlich Insekten vertreten und einige Kaninchen, diverse Vogelarten und zahlreiche Eidechsen.

Im Informationszentrum des Nationalparks werden Informationen für die Wanderer zur Verfügung gestellt. Des Weiteren finden dort Filmvorführungen – auch in deutscher Sprache – statt, die die mit einem Vulkanausbruch verbundene Naturkraft demonstrieren. Dadurch wird den Besuchern die Entstehung der Kanaren demonstriert. Die Eigenschaften der Flora und Fauna, der jeweiligen Gesteine und auch des besonderen Klimas werden dabei sehr schön präsentiert. Im Informationszentrum besteht die Möglichkeit, geführte Wanderungen mit deutschsprachigen Führern zu buchen.